Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Über Gesunderhaltung, Erkrankungen und Handicaps bei Rindern

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Dunni
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Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon Dunni » 03.05.2010, 15:06

Hallo an alle und speziell an Juna :wink:

Ich habe (verspätete) Post vom Vet.amt bzw. Landkreis bekommen. Dort steht drin, dass nun verschärfte Maßnahmen eingeleitet werden, bezüglich BVD (ich weiß leider nichtmal, was das genau für eine Krankheit ist) und BHV-1 Virus.
Soweit ichs verstanden hab, solls jetzt eine Pflichtimpfung für BVD-infizierte Rinder geben, so ganz blicke ich da aber nicht durch.

Unser Bestand ist zumindest BHV-1 frei, Blutentnahme ist deshalb nur noch einmal jährlich oder? (Ich gucke gleich auch mal in meinen Unterlagen).

Die Impfung gegen die Blauzungen-Krankheit ist diesmal wohl freiwillig, bei dir auch Juna? Oder ist das Landkreisabhängig?!

Ich glaube, ich schreib dem Sachbearbeiter da einfach eine Mail udn frag nach, wie genau ich nun vorgehen soll. Durch dieses Deutsch in deren Unterlagen steig ich oft einfach nicht durch. Und ich will ja auch nix falsch machen.

Mich nervt das allerdings mit dieser Blutprobe, kann man da nicht vielleicht irgendwie drumrumkommen, wenn man denen erklärt, dass die Viecher niemals geschlachtet werden, bei uns Gnadenbrot bekommen und wir mit denen auch niemals züchten?! Außerdem haben die Vier eh keinen Kontakt zu irgendwelchen anderen Rindern/Milchkühen. *grübel*

Behördenkram, narf... :roll:

LG

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Beitragvon Ginge(r) » 06.05.2010, 09:51

Ich bezweifle es ja leider, dass sich das Vet Amt oder Landes Amt so ohne weiteres auf eine gelockerte Abwicklung einlassen würde :? schau mal in diesem offiziellen Link bezüglich Hobby Haltungen:
http://www.tierseucheninfo.niedersachse ... _psmand=24

Und hier gibts Infos zu BVD:
http://www2.vetmed.uni-muenchen.de/med2 ... /b5-3.html

LG Ginger

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon juna » 06.05.2010, 10:54

Ja, ich hab jetzt auch mächtig Stress, meine Sondergenehmigung wurde mir entzogen, da nun aufgefallen ist, dass ich weibliche Tiere halte (?!) :? Die argumentieren, dass die Sondergenehmigung für Mastvieh nur bei männlichen Tieren anwendbar sei. Nun sind die Grazien aber bereits geimpft, zwar mit Markerimpfstoff, dennoch geimpft - hab Angst, dass die falsch positiv getestet werden könnten.
Nun muss ich die Grazien auch 2x jährlich zur Blutentnahme bitten - bei Muck unmöglich! Beim allerbesten Willen unmöglich... die würde selbst bei höchster Futternot niemals den Kopf in ein Fanggitter stecken. Und 2x jährlich per Pfeilinjektion kann ich sie doch auch nicht umlegen lassen - zumal sie mir ja bereits eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie auch schwer sediert noch über Autos springen und durch Bohlenwände krachen kann!
Ich seh mich schon angeklagt... :roll:
Naja... mein Problem :(
Ich werde jetzt erstmal versuchen mit denen zu sprechen, vielleicht gibt es noch `ne andere Lösung. Vor Montag hab ich da aber keine Kraft für.
Immer wenn man gerade wieder etwas Luft bekommt und es wieder heller wird, bekommt man garantiert eins in die Fresse :(
Keep "KUH"l!
juna

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Beitragvon Ginge(r) » 07.05.2010, 10:29

Teilweise mal wieder echt grauslig, was ich jetzt zwischenzeitlich so alles im Netz dazu gelesen habe :-( auf diesem Merk Blatt zum BHV vom Niedersächsischen Landes Amt lässt es sich meiner Meinung nach aber schon so interpretieren, dass auch *Mast Rinder* gemischter Haltungen vom Vet Amt einen Sonder Status erhalten können und dann ohne jährliche Blut Kontrolle(n) regelmäßig geimpft werden müssen - zumindest verstehe ich so die Tabelle auf der 6. Seite:
http://www.tierseucheninfo.niedersachse ... load/15913
LG Ginger

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon juna » 07.05.2010, 11:01

Mir haben sie ganz eindeutig schriftlich diese Sondergenehmigung entzogen... k.A.... ich ruf Montag da an.
Interpretiere die Tabelle auch anders, nur Bullenmast - warum auch immer *sfz*
Keep "KUH"l!

juna

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Beitragvon Ginge(r) » 07.05.2010, 12:35

Neben reiner Bullen + Kälber Mast (rechts) werden dort aber eben auch (links) ausnahmefähige Misch Haltungen erwähnt - und der Text liest sich für mich eigentlich auch so, dass solch sonderberegeltes *Mast Vieh* wohl vor allem schlicht keinen Kontakt zu *Zucht Tieren* haben darf *grübel* was bei dir ja erfüllt ist - von daher wäre doch vielleicht ein ganz offiziell amtlich verhängtes Zucht Verbot für deine Muhs noch eine denkbare Option?
LG Ginger

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Beitragvon Ginge(r) » 11.05.2010, 10:50

Na - wie war denn das Gespräch?
LG :-| Ginger

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon juna » 11.05.2010, 14:11

Kam was dazwischen, gestern wurde bei einem Familienmitglied ein Krebsverdacht gestellt, heute war ich bis eben mit der Person im KKH, OP-Termin Mittwoch, sieht aber wohl ganz gut aus.
Mir platzt der Kopf... :|
Keep "KUH"l!

juna

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Beitragvon Ginge(r) » 11.05.2010, 14:49

Ohje - ich denk an dich und wünsche euch ganz feste, dass sich der Verdacht in der Biopsie nicht bestätigt :-( hab das ja jetzt auch schon mehrmals durch - alles alles Gute!
LG *drück* Ginger

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon Dunni » 18.05.2010, 15:28

Huhu,

hier mal die Antworten auf meine Fragen:

Sie können bei der jährlichen Blutuntersuchung auf BHV-1 auch gleich die Proben auf BVD untersuchen lassen, dann übernimmt die Tierseuchenkasse die Entnahmekosten. Laborkosten werden bei Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung ebenfalls übernommen.

Wenn die Rinder Ihren Bestand nicht verlassen, müssten diese zunächst gar nicht auf BVD untersucht werden, die kommende Verordnung gilt für nachgeborene Kälber ab dem 1.Juni sowie Tiere, die den Bestand verlassen – aber es empfiehlt sich, zumal die BHV-1 Untersuchungen sowieso anstehen, die Untersuchung auf BVDV gleich mit zu erledigen. Sie könnten nicht untersuchte Tiere dann im Bedarfsfall z.B. auch nicht in eine Klinik verbringen lassen. In der Regel erinnern wir alle unsere Tierhalter als besonderen Service an ausstehende Untersuchungen, rein rechtlich sind Sie als Tierhalter aber auch in der Pflicht, sich die Untersuchungstermine selbst vorzumerken.

Eine Möglichkeit auf Ausnahme von der Untersuchungspflicht auf BHV-1 sehe ich auch für kleine Betriebe leider nicht gegeben, auch nicht in einer Konstellation, wie sie bei Ihnen vorliegt.

Ggf. könnte ich auf Antrag prüfen, ob statt der Untersuchung eine Impfung aller Rinder in Frage käme, dies wäre aber auch nicht mit weniger Aufwand verbunden, da regelmäßig nachgeimpft werden müsste.

Mit freundlichen Grüßen,


Von mir:
Hallo nochmal,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich werde die Rinder dann wohl auch gleich bei der jährlichen Blutentnahme auch auf BVD testen lassen. Doch was ist, wenn ein positives Ergebnis vorliegt? (Was ich mir nicht vorstellen kann).

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Wenske


Antwort:
Sehr geehrte Frau Wenske,

BVD ist leider noch weit verbreitet, mitunter ist ein PI Tier (Daueraus-scheider) seit langem im Betrieb, ohne erkennbar klinisch krank zu sein.

Ich wünsche Ihnen, dass dies bei Ihnen nicht der Fall ist - falls aber doch, muss das Tier nach frühestens 21 Tagen spätestens bis 60 Tagen nachuntersucht werden, um eine vorübergehende Infektion (diese hätte keine Konsequenzen, außer Absonderung für das Tier)auszuschließen.

Ist ein Tier auch nach der zweiten Untersuchung virus-positiv (nicht positiv auf Antikörper!), dann gilt es als PI-Tier und muss leider innerhalb von 7 Tagen getötet oder geschlachtet werden.
Auch wenn die zweite Untersuchung nicht durchgeführt wird, gilt das Tier als PI-Tier und muss getötet werden.

Mit Gruß!

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon juna » 18.05.2010, 17:19

:shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Keep "KUH"l!

juna

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Beitragvon Ginge(r) » 19.05.2010, 16:19

So lange dieser Test auf BVD nicht zwingend ist, würde ich den angesichts der fatalen Folgen bei positivem Ergebnis ganz bestimmt nicht freiwillig machen lassen - genau so etwas meinte ich oben mit grauslig :evil: verweist es doch mal wieder ganz unmissverständlich lebensverachtend auf die übliche Rolle von Rindern als völlig materialisierte Nutzungs Sklaven.
LG *doppelkotz* Ginger

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon juna » 21.05.2010, 10:28

Keine Chance, hab noch 4 Wochen Frist bekommen, dann muss das Blut da sein :/
Ansonsten stehen Bußgelder, Stallpflicht oder Schlimmeres an ...
Keep "KUH"l!

juna

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon Drachenpony » 21.05.2010, 10:59

Sch..... Wie machst Du das jetzt mit Muck?
Gruss
Martina

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Re: Tierseuchenbekämpfung BVD, BHV-1, Blauzungenkrankheit

Beitragvon juna » 21.05.2010, 12:32

Ich telefonier mich gerade durch...
Hab einen Biologen gefunden, der in freier Wildbahn und in Tierparks schon des öfteren mit dem Betäubungsgewehr geschossen hat. Der wohnt gar nicht soooo weit weg.
Und mein TA hat ein Blasrohr - nur halte ich den, nach den missglückten Einfangversuchen 2008 nicht für sonderlich kompetent.
Der Rinderexperte & TA hier aus der Gegend weigert sich, er meint, bei Rinders sei der Adrenalinspiegel so schnell hoch, dass da beim geringsten Verdacht bereits nichts mehr geht... womit er Recht hat, das hat mir Muck ja schon eindrucksvoll bewiesen. Er würde das nur in Kooperation mit dem Biologen machen.
Dafür reicht nur wohl mein Budget nicht :/
Mal schauen...
Keep "KUH"l!

juna


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