Fructan-Gehalt in Gräsern

Alles zum Thema Hufrehe, ECS, EMS

Moderatoren: snow, Ginge(r), colt, Drachenpony

Benutzeravatar
snow
Site Admin
Beiträge: 3296
Registriert: 10.11.2006, 18:33

Fructan-Gehalt in Gräsern

Beitragvon snow » 16.08.2007, 16:17

Es gibt sicherlich Menschen, die an der Fructan Theorie zweifeln. Auch ich sehe Fructan nicht als einzigen Faktor der Rehe auslösen kann, aber sicherlich spielt es in Bezug auf Hufrehe einen nicht ganz unbedeutenden Faktor.

Einiges zum Thema Weidegang kann man hier nachlesen.

Da steht z.B. "Bei dem Deutschen Weidegras liegt der Fruktangehalt bei Temperaturen zwischen 5° bis 10° C bei 210 g/kg TM, bei einer Temperatur von 11° bis 25 °C liegt er bei nur noch 10 g/kg TM."

Viele Pferdebesitzer lassen ihre rehegefährdeten Pferde gern über Nacht raus, weil dort angeblich der Fructan-Gehalt geringer ist. Bei Berücksichtigung der oben genannten Temperaturen sollte man da vor allem im Frühjahr und Herbst (oder generell der bisherige Sommer 2007) wohl doch eher vorsichtig mit sein. Im Winter sowieso.

Auf der Seite ist auch eine Tabelle aufgeführt "Weidegang und Rehegefahr". Hier scheint mir aber leider der Faktor "Feuchtigkeit" zu fehlen, der m.M.n. auch eine große Rolle spielt.

Auch interessant ist, dass der Fruktan-Gehalt im Gras bis auf wenige Ausnahmen deutlich vom 1. zum 3. bzw. 4. Schnitt sinkt. Wobei das hier in der Gegend irrelevant ist, weil ohnehin nur 1. und 2. Schnitt gemacht werden.

Wie sind da eure Erfahrungen?
lg, snow

anonyma
gelöscht
Beiträge: 302
Registriert: 11.11.2006, 21:00

Beitragvon anonyma » 16.08.2007, 21:08

Hallo
haben uns erst vor Kurzem mit einem Futterexperten Dr. sonstwas unterhalten. Der Typ hatte echt Ahnung - kein Verkäufer sondern von einer Untersuchungsanstalt.

Der bestätigte die Fructan Theorie schon auch - allerdings meinte er auch: auch das mit dem Eiweiss ist aktuell.

Beim Googeln hab ich schon so unterschiedliche Tabellen mit Fructangehalten gefunden - das kanns ja nciht sein.

Der Typ meinte allerdings auch: früh morgens weniger Fructan, weil das Gras über Nacht (über 5 Grad) das Fructan abbaut zwecks Wachstum.

Gruss
Trixi

Benutzeravatar
snow
Site Admin
Beiträge: 3296
Registriert: 10.11.2006, 18:33

Beitragvon snow » 16.08.2007, 21:22

Ja, ich kannte das auch so mit den 5 °C. bzw. habe da selbst zur Sicherheit auch immer schon 7 °C gemacht, aber 11 °C ist jetzt doch noch mal eine andere Liga :? Also unter 11 °C sind ja mal auch so einige Sommernächte.
lg, snow

Katinka
Beiträge: 381
Registriert: 15.11.2006, 14:49
Wohnort: Göppingen

Beitragvon Katinka » 17.08.2007, 08:24

Mmh, ich glaube nicht, dass die Temperaturen auf nachts bezogen wurden. Ich habe das so verstanden, dass das die Tagestemperaturen sind, die z.B. auf eine frostige Nacht folgen. Nachts wird ja aufgrund des fehlenden Lichteinfalls das Fruktan abgebaut. Wenns Nachts frostig war, sollte man die Pferde am nächsten Tag nicht in den frühen Morgenstunden rauslassen - und auch nicht mehr nach 14 Uhr, so wußte ich es bisher. Also wie da steht: einschränken (aber nicht komplett streichen). Auch die schreiben, solange die Temperaturen bei 5-10 Grad liegen, liegt das Fruktan bei 210g/kg TM, steigt die Temperatur im Laufe des Tages auf über 11 Grad, sinkt es auf nur noch 10g/kg TM - und scheinbar wirds rasch noch weniger mit weiter steigender Temperatur. Das würde bedeuten, dass man sie nach einer Frostnacht auch nachmittags draußen lassen könnte, solange es warm bleibt.
Und dass das Fruktan bis zum 4. Schnitt weiter abnimmt, kann schon sein, aber wer mäht viermal im Jahr seine Weiden :? Der einzige Bauer bei uns im Ort, der 4-5 Schnitte hinkriegt, ist der, der Gülle draufhaut wie ein Irrer....
Eiweiß spielt meiner Meinung und Erfahrung nach auch mit eine Rolle, genauso wie einige andere Faktoren.
Vielleicht könnt man so Experten mal drauf anhauen, auch nachts Messungen zu machen, dass man da auch mal Werte zu kriegt?

Benutzeravatar
snow
Site Admin
Beiträge: 3296
Registriert: 10.11.2006, 18:33

Beitragvon snow » 17.08.2007, 08:50

Katinka hat geschrieben:Mmh, ich glaube nicht, dass die Temperaturen auf nachts bezogen wurden. Ich habe das so verstanden, dass das die Tagestemperaturen sind, die z.B. auf eine frostige Nacht folgen. Nachts wird ja aufgrund des fehlenden Lichteinfalls das Fruktan abgebaut...


Ich denke, es geht da generell um Temperaturen, unabhängig, wie die Nacht davor war.

Katinka hat geschrieben: ...Also wie da steht: einschränken (aber nicht komplett streichen)...


Ja, das steht da schon so, aber die gehen ja von gesunden Pferden aus, die noch keine Hufrehe hatten. Bei einem Pferd welches erst einmal einen Hufrehe-Schub hatte, sieht es dann noch mal ganz anders aus. Sowohl der Darm als auch die Hufe brauchen ca. 1 Jahr oder länger bevor sich alles wieder regeneriert hat und auch dann ist noch mehr als Vorsicht geboten, denn Rehe-Pferde bleiben meistens ein Leben lang anfällig.
lg, snow

Katinka
Beiträge: 381
Registriert: 15.11.2006, 14:49
Wohnort: Göppingen

Beitragvon Katinka » 17.08.2007, 12:47

Aaaalso, ich hab gerade erst mit Atcom telefoniert und dann mit Saatbau Dahlenburg, die den Text mit freundlicher Genehmigung Atcom zur Verfügung gestellt haben. Dort sprach ich mit der für die Fruktantheorie zuständigen Dame, die mir bestätigte, dass die angegebenen Zahlen nur und ausschließlich für den Tag sind. Es gibt bisher leider keinerlei Messungen für die Nacht. Man geht aber davon aus, dass das Fruktan sich über Nacht bis auf Null reduzieren kann. Es ist genau so, wie ich es verstanden haben: wenn nach einer frostigen Nacht die Sonne aufgeht, schießt der Fruktanwert erst mal gigantisch in die Höhe, bis er schließlich ab 11 Grad wieder auf 10g/kg TM abgenommen hat.
Und, ja klar, bei Futterreheponies bleibt die Gefahr leider ein ganzes Leben lang bestehen. Wenn es aber stimmt, was meine TÄ sagte, dann dürfte die Gefahr eines erneuten Reheschubs - bei vernünftiger Haltung natürlich - bei Heidi so gut wie Null sein, da ihre Schilddrüsenunterfunktion nun im Griff ist. Dennoch bin ich vorsichtig, halte mich konsequent an die Fruktantheorie und passe auf, dass meine Ponies auf keine frischen und fetten Weiden mehr kommen. Da ich leider keinerlei Sandplatzmöglichkeit habe, sind die Pferde auf die Weiden als Bewegungsfläche angewiesen. Einen Bauplatz hab ich total einmatschen lassen. Nachteil: er ist sehr steinig :( - da er gegenüber vom Stall ist, lass ich nur die Fohlen drauf und Heidi muss im Paddock(chen) bleiben (ausser es ist trocken, dann kriegt sie das kleine Stückchen am Zaun auch noch dazu). Nächster Nachteil: da ich hier nirgends eigenes Land geschweige denn gepachtetes habe, hab ich nur die Möglichkeit zu E-Zaun. Draußen überall schönstes Gras, meine stehen im Matsch. Wenn sie zu arg hungern müssen und es zuuuu langweilig wird, reißen sie halt mal wieder den Zaun ein. Strom hin oder her... mit genug Schwung und bevor man (Pferd) verhungert... :( Also kann ich ihnen das nur jeden zweiten Tag antun, dann sind sie damit einverstanden... :wink:

Benutzeravatar
snow
Site Admin
Beiträge: 3296
Registriert: 10.11.2006, 18:33

Beitragvon snow » 17.08.2007, 13:33

Cool, dass du mit denen gleich telefoniert hast :) Echt schade, dass es keinerlei Messungen für die Nacht gibt. Wäre ja schöner, wenn man da auch mal genaue Zahlen vorliegen hätte, aber vielleicht kommt das ja noch.
lg, snow

Katinka
Beiträge: 381
Registriert: 15.11.2006, 14:49
Wohnort: Göppingen

Beitragvon Katinka » 17.08.2007, 14:34

Ja, das ist echt schade...auf mein Bitten hin, da doch mal Messungen zu machen, kam nur müdes Lächeln :wink: Die meinte, wenn "man" sich diesbezüglich mal an sie wenden würde, würden sie sicherlich reagieren - allerdings war leider nicht ich mit "man" gemeint :)


Zurück zu „Hufrehe“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron