Schimmel-Melanom

Über Krankheiten und Handicaps bei Equiden

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Unicorn Zero
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Schimmel-Melanom

Beitragvon Unicorn Zero » 07.07.2008, 08:50

Wer kennt sich aus mit Schimmel-Melanomen? Als ich meinen alten Herrn (jetzt 25) vor 12 Jahren von meinem damaligen Verein übernahm (Alternative: Schlachter) brachte er an Hals eine Geschwulst mit, die ich locker mit der Handfläche abdecken konnte. Die Geschwulst wuchs und bekam im Laufe der Jahre Gesellschaft (zwei an den Ohren, seit 4 Jahren jede Menge kleinere an Schlauch und After). Die Tierärzte diagnostizierten unabhängig voneinander Schimmelmelanom und rieten , es in Ruhe zu lassen, was sich bisher auch bewährt hat. Jetzt magert er trotz doppelter Futterrationen und ganztägig Koppelgang (mit ordentlich Gras) rapide ab, Zähne sind laut TA OK, entwurmt ist auch, dafür wachsen die Melanome, dass man dabei zuschauen kann. Richtig blöd ist ein Neuzugang, der sich ausgerechnet in der linken Oberlippe angesiedelt hat und binnen 6 Wochen auf die Länge eines Zeigefingers und dessen doppelte Dicke mutiert ist - und nach innen wächst. Das Teil ist nicht schmerzempfindlich, aber es stört beim Fressen - und neuerdings beißt mein sonst sehr liebes altes Pferd, wenn man zu nahe vorbeigeht. Der TA riet von einer OP dringend ab - die Melanome würden noch stärker nachwachsen - hat aber sonst auch keine Idee. Hat jemand damit Erfahrung (den Beitrag im Forum über Sarkoide hab ich gelesen, aber dabei handelt es sich ja in diesem Fall nicht) und/oder eine Idee, wie man der Sache noch beikommen könnte. Wenn er weiter so rapide abbaut stehe ich irgendwann vor einer endgültigen Lösung - und die will ich noch nicht akzeptieren.

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Beitragvon juna » 07.07.2008, 10:03

Mhhh... Provo und snow müssten Dir da mehr zu sagen können.
Ich informiere mich gerade über den Einsatz von Spinnen- und Schlangengiften bei Tumoren, weil meine Maus wohl nimmer operiert werden kann.
Ich bin nachher bei einem TA, der damit arbeitet, den frag ich gern mal, ob das auch bei "Schimmelkrebs" eingesetzt werden kann.

*offtopic*
:arrow: ich weiss, dass das alles andere als vegan und mit großer Tierquälerei verbunden ist! Letztendlich gilt das aber wohl für jedes Medikament :(
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Beitragvon administratorin » 07.07.2008, 12:57

Ich fürchte ja bei so einer Diagnose kann man nicht viel machen :( leider.

Solange er noch guten Appetit hat, sollte er natürlich ordentlich mit allem was gut für ihn ist versorgt werden. Am allerwichtigsten ist hierbei Weide und 24 Stunden freien Zugang zum Heu. Sollte er Heu nicht mehr so gut essen können, würde ich zusätzlich Heucobs geben, ggf. das ganze mit Öl ergänzen und einem passendem Mineralfutter. Mit anderen Kraftfuttern jeglicher Art, speziell auch den vielen verschiedenen Müsli-Sorten wäre ich sehr vorsichtig bzw. bei mir kommt Müsli nicht mehr in den Trog. Wenn es unbedingt noch Kraftfutter zusätzlich sein muss, dann würde ich Hafer oder Maisflocken füttern, aber auch da würde ich die Menge möglichst gering halten, die Verdauung größerer Mengen Kraftfutter ist für so ein altes Pferd ansonsten eher eine Belastung.

Bereite ihm noch ein paar schöne Tag/Wochen, evtl. Monate, aber wenn es soweit ist, sollte man auch loslassen können. Er wird dir schon Zeichen geben, wann es Zeit dafür ist, bis dahin solltet ihr eure gemeinsame Zeit noch genießen.

*offtopic*
Ich sehe schon einen Unterschied zwischen Medikamenten, die zwar an Tieren getestet wurden, aber ansonsten vegan sind und Prudokten, die direkt in Zusammenhang mit Tierquälerei und Ausbeutung stehen. Die Tierversuche kann man in diesem Moment nicht ändern, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, aber sich extra für ein Produkt entscheiden, welches eindeutig zu lasten eines Tieres geht, ist dann doch noch mal eine Stufe härter. Ich würde daher Schlangen oder Spinnengifte ablehnen, habe im übrigen auch noch nie etwas gelesen, dass das helfen könnte. Basiert vielleicht eher auf Mythen :wink:

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Beitragvon juna » 07.07.2008, 14:28

Ich kann snow da nur zustimmen! Hatte aber gehofft, dass es noch Behandlungs- bzw. Heilungsmöglichkeiten gäbe *schnief*
Also wenn er gut frisst und dennoch abbaut, wird der Krebs ja wahrscheinlich bereits Organe angegriffen haben... da hilft es dann auch nicht wirklich ihm noch mehr Kalorien zuzuführen :(
Vllt. hilft ein Blutbild dabei besser beurteilen zu können wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist? Dass er plötzlich aggressives Verhalten zeigt, ist ja schon ein Zeichen dafür, dass es ihm nicht gut geht!

Ansonsten würde ich persönlich schon ausprobieren, ob alternative Heilmethoden evtl. seine Lebensqualität noch ein wenig steigern können... bzw. ihn auf den Sterbeprozess vorbereiten und diesen erleichtern können.
Ganz abgesehen von "Gifttherapien" gibt es ja auch noch einige Behandlungsmöglichkeiten ohne "faulen Beigeschmack".
Gibt es in Deiner Gegend fähige TCMler oder Homöopathen?
Leider gibt es ja keine, bzw. kaum TÄ, die palliativmedizinisch ausgebildet sind :?
Ich kann Deinen Kummer sehr gut verstehen, es ist schier unerträglich seinen Schützling mit dem Gefühl der Hilflosigkeit bei den letzten Kilometern auf seinem Lebensweg zu begleiten!
Meist werden einem ja tierärztlich auch nur die Optionen "zugucken bis es nicht mehr geht und dann erlösen" oder "sofort erlösen, damit sich gar nicht erst eine womögliche Qualsituation einstellen kann" geboten.
Aber auch wenn man ihn nicht mehr heilen kann, so gibt es doch Möglichkeiten ihn während seiner letzten Tage, Wochen, Monate zu begleiten und zu unterstützen, damit auch die letzte Lebenszeit noch lebenswert ist.

Ich wünsch`Dir viel Kraft und noch eine lange und vor allem schöne Zeit mit Deinem Schatz!

*offtopic: Ja, ich seh das prinzipiell ja nicht anders, zur Zeit treibt mich aber die Sorge um meinen Schützling dazu, soetwas überhaupt in Erwägung zu ziehen! Ich werde den TA aufsuchen und mit ihm sprechen, ob ich diese Behandlung machen lasse, kann ich noch nicht sagen. Der TA ist aber eh, sowohl konservativ, als auch alternativ sehr gut ausgebildet. Daher hoffe ich bei ihm noch weitere, eher vertretbare, Behandlungsmöglichkeiten zu finden.*
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Beitragvon administratorin » 07.07.2008, 17:20

Ich habe die *offtopics* mal in einen anderen Thread kopiert, wo wir gerne weiter über das Dilemma diskutieren können.

@ Unicorn Zero: Ich wünsch dir auch alle Kraft, die du demnächst brauchen wirst und hoffe sehr, dass ihr beiden noch eine schöne Zeit habt.

Ich denke nicht, dass es die Schimmel-Melanome sind, wodran er letztendlich stirbt. Er hat solange gut damit gelebt. Jedoch wenn sie jetzt anfangen zu wuchern und ihm evtl. auch das Leben schwer machen, so ist das vermutlich nur ein Zeichen, dass die Zeit doch so langsam dem Ende zu geht. Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass du ihn aufgeben sollst. Ich hab ja schon vorher geschrieben, dass er dir sicherlich Zeichen geben wird, wenn er wirklich nicht mehr kann.

Ich habe selber 3 Schimmel, die alle Melanome haben. Die Melanome waren z.T. schon in sehr jungem Alter da (mit 6) und sie wachsen auch langsam aber sie wachsen eben auch immer weiter. Jetzt sind meine Ponies 13 bzw. 14. Bei uns ist zwar noch keine "Gefahr" in Verzug, aber auch hier kann kein TA etwas machen (zumindest habe ich keinen gefunden). Ich kann also gut nachvollziehen, in welcher Situation du grad bist und auch ich habe Angst davor :cry:

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Beitragvon Pat » 07.07.2008, 23:50

ich denke, es wird kaum möglich sein, eine Heilung (zumal in diesem Alter herbeizuführen), aber solange er beschwerdefrei ist, sollte er die Zeit genießen dürfen.
Es gibt einiges in der Kräuterheilkunde, was bei Krebs eingesetzt wird (z.B. bei Leukämie die Herbstzeitlose, die aber extrem giftig ist und daher nur durch absolut in Sachen Kräuterheilkunde versierte Ärzte eingesetzt werden darf).

Womit du es vielleicht probieren könntest, wäre Curcuma (Gelbwurzel). Du bekommst es in der Apotheke (gelegentlich auch im Gewürzladen, da ist es aber nicht unbedingt Arzneimittelqualität, kann schlechter oder auch besser sein). Curcuma ist noch in Erforschung als vorbeugendes Mittel gegen Krebs oder zur Therapie im Anfangsstadium.
Curcuma ist ein sehr vielseitiges Kräuterarzneimittel, es wirkt blutverdünnend (bei Rehepferden besser als Aspirin), entzündungshemmend (im Wechsel mit Ingwer ein unschlagbares Mittel bei Reheschüben und schonender als die Chemie, die auf dem Markt ist), schützt die Leber, aktiviert die Schutzfunktion der Magenschleimhäute und (und genau das wird der Hauptgrund sein, warum es in der Krebsforschung Interesse geweckt hat) es neutralisiert freie Radikale.

Von meinen Sorgenkind-Pferden (ich habe eine Rehestute mit Cushing und Diabetes, eine Sommerekzemerin und bis vor kurzem hatte ich auch noch eine hochbetagte Shettystute, die leider vor 1 Monat verstorben ist) haben diese Curcuma sehr gern angenommen.
Ich habe es als Aufguß zubereitet, d.h. 1/2 TL Curcuma mit 1 Tasse heißem Wasser aufgegossen, ziehen lassen bis lauwarm und dann ins Futter gegeben und damit die Pellets quellen lassen.
Nebenwirkungen hatte ich in der Dosierung keine, auch nicht in einer höheren, die bei akuten Reheschüben angezeigt war.
Du kannst es in der genannten niedrigen Dosierung versuchen, es kann ihm eigentlich nur guttun und vielleicht verlangsamt es den Krebsprozeß und läßt ihn die letzten Jahre noch genießen.

Alles Gute!

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Beitragvon Ginge(r) » 08.07.2008, 10:25

Schulmedizinisch kann man bei gestreuten Melanomen bisher wohl wirklich nichts machen :-( solche naturheilkundlichen Ansätze bieten aber vielleicht eine Chance - und sei es, falls letztlich auch das nicht hilft, nur um wenigstens nicht das Gefühl zu haben einfach tatenlos zusehen zu müssen.
So wie es bei diesem Pferd klingt, explodieren die Dinger bei ihm immo aber scheints geradezu und haben u.U. auch schon innere Organe bewuchert - zumindest lassen der körperliche Abbau und das aggressive Verhalten darauf schließen :-( Wunder kann man da also vermutlich leider keine mehr erwarten, aber evtl. lässt sich der Prozess mit den richtigen Mittelchen nochmal abbremsen?
Alles in allem stimme ich nach dem was ich jetzt (u.a. vom René) darüber erfahren habe den anderen zu, die Priorität darauf zu legen dem Pferd seine restliche Zeit so schön wie möglich zu gestalten (vielleicht wirklich nochmal Blut untersuchen zu lassen) und auf seine Zeichen zu hören :-( wir wünschen euch alles erdenklich Gute!
LG Ginger

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Schimmel-Melanom

Beitragvon Unicorn Zero » 09.07.2008, 15:10

Klingt irgendwie alles nicht so wirklich ermutigend - den Tip mit Curcuma werde ich jedenfalls probieren; Futter satt ist vorhanden - die Leute, bei denen ich ihn eingestellt habe, bringen eher das Problem mit sich, dass sie zu viel füttern, und Öl setze ich auch regelmäßig zu. Im Moment sind die Augen jedenfalls noch ganz munter (vor allem, wenn sich der Deckel der Futterkiste öffnet :) ) -vielleicht wirds ja wenigstens noch ein schöner Sommer...


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