Gaskoliken

Über Krankheiten und Handicaps bei Equiden

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caspa
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Gaskoliken

Beitragvon caspa » 27.08.2007, 18:46

Hallo,
von einer Freundin die Stute kolikt seit 10 Jahren super häufig. Im früheren Stall mindestens einmal im Monat. Nun im eigenen Offenstall ging es wohl recht gut und es waren hin und wieder lnur eichte Koliken. Anfang Juli kam dann die zweite schwere Kolik OP und nun scheint die Stute jeden Sonntag eine Gaskolik zu bekommen. Es wurde wohl schon so ziemlich alles probiert.
Hat jemand dazu Ideen? Meine Freundin weiß echt nicht mehr weiter und spielt hin und wieder mit dem Gedanken die Stute einschläfern zu lassen, wenn diesen nicht beschwerdenfrei weiterleben kann.
Gruß caspa

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snow
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Beitragvon snow » 27.08.2007, 18:48

Um sowas gut beurteilen zu können, muss man wohl die genauen Tagesabläufe des Pferdes kennen. Bekommt sie regelmäßig und genügend Raufutter? Ist sie gestresst?

Könnte es evtl. ein Magengeschwür sein? Kommt recht häufig bei Pferden vor.
lg, snow

caspa
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Beitragvon caspa » 27.08.2007, 19:41

Sie steht mit einen Pferd zusammen, hat immer Raufutter und extrem streng geregelte Tagesabläufe. Wird nicht geritten und geht nur mit dem zweitem Pferd raus.
Früher war sie mal Tunierpferd, da war es wohl ganz extrem mit dem koliken. Dann nur noch Freizeitpferd und jetzt einfach zum betüddeln.

anonyma
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Beitragvon anonyma » 27.08.2007, 20:57

Hallo
gerade wenn die Koliken immer Sonntags auftauchen, würde ich mal genauer nachforschen. Ist es, wenn die Besis da sind, oder wenn sie gehen, der Tagesablauf ist Sonntags oft anders (ne Stunde später füttern,....)
Viele Pferde haben Magengeschwüre, die dann einen nervösen MagenDarmTrakt geben. Ist sie allgemein nervös, koppt sie,... ?
Ein wenig mehr Infos wären gut.

Habe ja auch einen Kopper, der mit Koliken auf kleine Veränderungen reagiert. Teils können wir das selber in den Griff kriegen, mit Laufen (wichtig: Trabeinlagen, da spannt sich der Bauch an, dann wieder normal gehen, kleine Ruhepausen), Colosan und auch mal mit Kleiemash dazu.
Inzw. kriegt er homöop. Mittel und wir konnten die Koliken damit relativ runter fahren. Er hatte auch gern mal am Wochenende Koliken - da ist Frauchen ja daheim und kann lange spazierengehen. Oder er reagiert, wenn er für sich zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, gerade wenn ich am WE daheim bin. ....

Also du siehst, da ist Ursachenforschung angesagt und dann versuchen, alles abzustellen, was Pferdchen nervös machen kann.

Gute Besserung
Trixi

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snow
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Beitragvon snow » 28.08.2007, 06:48

Ich würde sie auch erstmal auf Magengeschwüre hin untersuchen lassen. Futter sollte sie wirklich nur Heu bekommen, sonst erstmal nichts oder das mit dem TA absprechen.

Auf Leckereien zwischendurch würde ich komplett verzichten, also auch nicht mal eine Möhre oder einen Apfel oder sonstwas. Wirklich nichts, außer dem Fütterungstrieb des Menschen befriedigt das sowieso nichts, also kann man so ein Gedöns ruhigen Gewissens weglassen.

Wenn angesagt (nach Rücksprache mit dem TA) evtl. dann Mash dazufüttern.
lg, snow

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Beitragvon anonyma » 28.08.2007, 07:28

Hai

naja, wenn die Leckerle Bestand des Tagesablaufs sind - würde ich das bei so nem empfindlichen Pferd beibehalten, sonst denkt es womöglich: habe was falsch gemacht - und schwupp - die nächste Kolik. Das kann so laufen.

Man sollte im Magenbereich auch an Allergien denken - das gibt auch gute Magendarmprobleme. Vielleicht gibts sonntags wirklich "unverträgliche" Leckerle ? Dann umsteigen. Oder sind da Leute im Stall, die das Pferd mit Zeug mitfüttern ?
Bei der Stute einer Bekannten hat ein Leckerle mit dem Allergen für einen super Nesselausschlag gereicht. Das hat lange gebraucht, bis die Besis der Nachbarpferde begriffen hatten, dass sie der Stute nichts füttern dürfen.

Gruss
Trixi

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snow
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Beitragvon snow » 28.08.2007, 12:29

trixi hat geschrieben:Hai

naja, wenn die Leckerle Bestand des Tagesablaufs sind - würde ich das bei so nem empfindlichen Pferd beibehalten, sonst denkt es womöglich: habe was falsch gemacht - und schwupp - die nächste Kolik. Das kann so laufen.
...


Das ist meiner Meinung nach eine zu vermenschlichte Annahme :wink: Ein Pferd freut sich auch so auf Lob und benötigt dafür keinen unnötigen Gaumenkitzel. Spätestens nach 2 Tagen weiß es bescheid. Das Risiko, dass das Pferd ausgerechnet davon eine Kolik bekommt, dass es keinen Leckerli gibt, halte ich für ausgesprochen gering und steht in der Wirkung in keinem Vergleich dazu, alles unnötige wegzulassen und dadurch das Kolik-Risiko zu minimieren.

Gerade bei empfindlichen Pferden würde ich alle Eventualitäten ausschalten. So kann man am einfachsten raus finden, woran es denn liegen könnte. Die ganze Zufütterei ist wirklich nur für den Menschen gut (aber auch der Mensch kann sich das leicht abgewöhnen, dauert nur evtl. etwas länger bis er sich dran gewöhnt hat, Pferde sind da in der Beziehung einfacher :P ).

Mit Heu ad libitum kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Bei Pferden, die zu dick sind, sollte man dann zwar reduzieren, aber die Futterpausen, also wo das Pferd gar nichts zur Verfügung hat, dürfen nie 4 Stunden überschreiten, sonst läuft man Gefahr ein Magengeschwür zu produzieren.
lg, snow

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Beitragvon Katinka » 28.08.2007, 16:58

Ich hab mich letztes Jahr mal mit einer Frau unterhalten, deren Stute ständig Koliken hatte - schließlich fand man das Magengeschwür. Sie hatte total auf jegliche Art von Streß reagiert. Also Dinge wie: Boxennachbar wird weggeführt, Änderungen in der Routine, Geschrei im Stall etc.! Hat sich innerlich so aufgeregt, dass sie jedesmal kolikte. Sie musste nach der OP im hinteren Teil des Stalls bleiben, absolute Ruhe, Boxennachbar musste dabeibleiben usw. - nach der Genesung wollte sie dann mit dem Pferd in einen anderen Stall umziehen, da im ihrem damaligen Stall (einen Reitverein) Ruhe ein Fremdwort ist.

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Beitragvon anonyma » 28.08.2007, 19:47

Hallo
@snow: nein - eben nicht, wir Menschen hättens nur gern so einfach.
Bei meinem ist das schon so, dass er zb darauf reagiert, wenn er zu wenig Zeit / Schmuseeinheiten bekommt. Die Tiere sind nicht so einfach gestrickt, wie wir Menschen es uns denken.
Siehe Katinkas Beispiel, es kann schon reichen, wenn der Boxennachbar raus geführt wird ! - Wenn die Pferde an ihren Menschen hängen, kann ein verändertes Verhalten genauso zu Probs führen.

Gruss
Trixi

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Beitragvon anonyma » 28.08.2007, 20:07

hai nochmal

nach längerem Überlegen, schreib ich hier mal rein, was meiner gegen seine nervösen Darmbeschwerden kriegt.

Und zwar: Haplopappus D3, ca. 5 Globuli am Tag. Er kriegt das jeden Tag, einmal täglich. Nebenbei hat er noch ne "Grundimmunisierung" mit Reiki erhalten - dh 4 Tage lang.
Anfangs hatten wir nochmal eine Kolik, inzw. sind diese selten geworden.
Wenn er mir aber "komisch" vorkommt, zb zu wenig gelaufen übern Tag, dann lauf ich mit ihm mal 20 Minuten, zur Not gibts vorbeugend, wenn er arg laute Darmgeräusche hat, das Colosan (er hasst das Zeug, aber es nutzt einfach).
Das Haplopappus kriegt auch mein etwas nervöser Trakehner bei Wetterwechsel.



Grüßle
Trixi

EDIT (vom Admin): Hierbei handelt es sich um einen persönlichen Bericht und nicht um eine Arzneimittel-Verordnung. Es sollte auf keinen Fall als Anleitung zur Selbstmedikation benutzt werden. Bitte vor der Verabreichung von Medikamenten einen TA oder THP vor Ort zu Rate ziehen und nur auf Anweisung von TA oder THP Medikamente verabreichen.

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Beitragvon caspa » 28.08.2007, 20:22

Also, sie hält die Pferde in Eigenregie zu zweit. Der Tagesablauf ist immer gleich, Verzögerungen sind nur minimal. Nachts steht die Stute in einer Späne-Box und neben ihr ihr Beisteller ;) Tageüber geht es raus auf den Paddock und eine abgetrennte Wiese. Futter und Co sind mit einem TA abgesprochen.
Wenn ich mich recht entsinne wurde sie auch auf Magengeschwüre untersucht, sie war ja in Hannover wegen der OP und wurde da auch "auf den Kopf gestellt".
Futter wurde wohl die letzten 10 Jahre auch mehrmals (durch/mit TA) umgestellt.
Finde aber gerade die Allergie und das mit dem WEtter sehr gute einwürfe. Gerade das mit dem Wetter hatte ich schon mehrmals gehört aber ich wäre da nie drauf gekommen.
Ich werde versuchen weiter Infos einzustellen.

caspa
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Beitragvon caspa » 28.08.2007, 20:28

Vor ein paar Tagen kam die Blutwerte und die weißen Leukozyten sind stark erhöht (Grenzwert).

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Beitragvon juna » 28.08.2007, 20:34

So`n bissel OFFTOPIC aber irgendwie auch nicht:

Ich bin auch der Ansicht, dass Pferde sich sehr schnell an tägliche Zeitpläne und Rituale gewöhnen und es übel nehmen bzw. schlecht wegstecken, wenn daran etwas geändert wird.
Finn hatte meine Mom phasenweise ganz gut im Griff :lol: Die musste früher bis zu 3x nachts raus und Karotten füttern, weil Finn sich die Beine kaputt geschlagen hat, bis eben jemand kam :( . Gab sie ihm nichts zu fressen, ging das Spektakel sofort wieder los, hatte er etwas bekommen, war erstmal Ruhe. Da sein selbstverstümmelndes Verhalten auch extrem laut ist, hatten auch die Nachbarn etwas davon.
Das Problem konnte ich erst lösen, als meine Mom für einige Wochen außer Gefecht gesetzt war *gg* Seitdem gibt es keine Karottenmahlzeiten mehr und nachts Heu satt, ausserdem geht prinzipiell erst jemand hin, wenn er mit dem Klopfen pausiert. Ansonsten wird, wenn es zu laut wird ein fieses "Finn!" aus dem Fenster gebrüllt. Wenn er ganz mies drauf ist, ist ihm diese negative Aufmerksamkeit aber auch mehr als recht, in solchen Phasen ist es wirklich schwierig mit ihm.
Er kolikt zwar nicht, wenn er enttäuscht, verzweifelt, traurig und wütend ist, er verstümmelt sich aber. Finchen hingegen kolikt dann, sie ist aber insgesamt nicht so empfindlich, da muss es schon ganz schön gekracht haben, bis sie Bauchkrämpfe bekommt.
Wir konnten das Problem mit Finn nur dadurch eingrenzen, dass die tägliches Rituale sich ausschliesslich auf die Grundversorgung beschränken. Also auf Reinigungsarbeiten, Fütterung in regelmäßigen aber nicht auf die Minute genauen Mahlzeiten (wenn man es zu genau nimmt, bedeutet die kleinste Abweichung enormen Stress für das Pferd. Wenn z.B. sonntags erst zwei Stunden später, wochentags aber immer um Punkt 7 das Frühstück serviert wird, können stressanfällige Pferde damit nicht umgehen!), Gesundheitscheck, mit jeweils kurzer Schmuseeinheit.
Leckerchen gibt es als spontanes, unregelmäßiges "Event". Eben war ich z.B. kurz draussen und hab jedem ein paar Karotten zugesteckt. Morgen oder Übermorgen gibt es dann zu einer anderen Tageszeit ganz spontan mal ein paar Leckerlies, dann irgendwann Banane etc.
Mag sein, dass man auch ganz auf soetwas verzichten könnte, die Ponies freuen sich aber darüber, es hebt deren Stimmung und daher behalte ich das bei :wink:
Finn ist übrigens auch sehr wetterfühlig, bei Wetterumschwung ist er extrem grantelig, bei ständigem hin-und-her quittiert er das mit Kotwasser!
Keep "KUH"l!
juna

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Beitragvon anonyma » 28.08.2007, 20:36

Hai

was kriegt sie denn über die Nacht zu fressen ?
Hat sie vielleicht so Hunger, dass sie die Späne frisst ? Kenne da ein Pferd, das hat aus Langeweile/Hunger welche gefressen - ging bis fast zur Kolikop.

Meine Mimöschen mögen längere Zeit ohne Futter gar nicht. Dh Fressstroh haben meine immer zur Verfügung und die Hauptmenge Heu gibts über die Nacht.

Wetterwechsel ist eine häufige Ursache - mein TA ist momentan viel mit Koliken beschäftigt, weil sich das Wetter ja permanent dreht.

@juna: wir haben auch ein gewisses Zeitfenster, in dem jeweils gefüttert wird, so zwischen 12 und 12.30 gibts Mittag, ca. 6.00 Frühstück, am WE um 7. Gegen 18.00 - 18.30 eine kleine Mahlzeit und gegen 21.00 / 22.00 Nachtessen. Dazwischen dürfen sie momentan so bis max. 1 Std aufs Gras. Je genauer man füttert, desto genauer wollen sie das haben. Ich finde das in den Reitställen so übel - 10 Min. zu spät und der ganze Stall randaliert. Meine können dann immer noch Stroh mümmeln, falls sie dann kurz vorm Verhungern stehen sollten ;)

Grüßle
Trixi

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Beitragvon caspa » 28.08.2007, 21:20

Auf den Spänen steht sie nun wohl wegen der Koliken (damit sie nicht noch Unmengen an Stroh in sich stopft) und wegen der OP (läßt sich besser sauber halten).


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