Fellwechsel, schlechte Optik :(

Über Krankheiten und Handicaps bei Equiden

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juna
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Fellwechsel, schlechte Optik :(

Beitragvon juna » 21.05.2007, 11:16

Hallo, in diesem Jahr kommen meine Ponys irgendwie schlechter durch den Fellwechsel. Finn ist rund und blank, ist er ja aber immer :wink: Fliewa sieht auch ok aus (hat Fettansätzchen hinter der Schulter *grusel*). Filbert (sehr dünn), Finchen (zu fett) und Flora (figürlich ok) haben aber noch richtig altes Fell drauf :? Man sieht zwar bei allen 3en, dass da schönes Sommerfell unter dem Restpelz ist, dieser sitzt aber noch erschreckend fest und sieht ziemlich schedderich aus,... :(
Sind eure Schatzis schon alle blank?
Bei Fliewa hab ich letzte Woche nochmal ein großes Blutbild bestimmen lassen. Bei ihr war ja beim letzten Mal das rote Blutbild nicht ok und sie hatte Mineralstoffmängel. Dieses mal war ein Leberwert zu hoch, Magnesium noch leicht zu niedrig, sonst ging das. Das mit dem Leberwert findet mein TA nicht so schlimm, da nur einer der Werte erhöht ist. Mich schockt das dennoch. Er tippt auf zu eiweissreiche Ernährung *ratlos* Heu&Mineralfutter, 1-2 Stunden Weide :?:
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Beitragvon Ginge(r) » 21.05.2007, 11:52

Also fertig abgehaart haben von allen Pferden, zu denen ich so Kontakt habe, bisher die wenigsten. Liegt bestimmt an dem komisch wechselhaften Wetter :? letzte Woche z.B. war es hier ziemlich verregnet und an manchen Tagen wieder richtig kalt - das verzögert wohl den Fellwechsel. Dass die Reste vom Winterpelz ungewöhnlich aussehen würden, kann ich jetzt aber nicht sagen.
LG Ginger
PS: welcher Leberwert ist denn nicht i.O.?

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Beitragvon juna » 21.05.2007, 14:36

Leber= GLDH: 48,3 U/l (-20,8) bei der Blutuntersuchung davor war der Wert ok.

Niere= Harnstoff: 47 mg/dl (19-46)

Magnesium: 0,63 mmol/l (0,70-0,90)
Phosphat: 1,49 mmol/l (0,81-1.45)

gr. Bb= MCHC: 40,4 g/dl (32-39)

diff. Bb= Segmentkernige abs.: 2820 (3000-7000) davor 3373
Lymphozyten abs.: 6204 (1500-4000) davor 2042

laienhaft empfinde ich die Abweichungen der rot gekennzeichneten Werte am gravierendsten.
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Beitragvon juna » 21.05.2007, 14:52

Die anderen Leberwerte sind alle im unteren bis mittleren Bereich, nur Gesamteiweiss ist etwas höher, allerdings noch in der Norm:
6,8 g/dl (5,6-7,3)
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Beitragvon caspa » 22.05.2007, 15:01

Hallo Juna,
meine Shettys sehen derzeit auch wild aus :( Die großen sind alle schon glatt und glänzen. Nur ein Tinker, der bei mir steht hat noch überall so lange Haare hängen und sieht aus wie ein Mamut.
LG caspa

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Beitragvon juna » 24.05.2007, 10:53

Da bin ich ja "etwas" erleichtert *puh*
Inzwischen sehen sie auch ein wenig besser aus, man kann jetzt bei allen zumindest stellenweise schon blankes Sommerfell durchschimmern sehen.
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Beitragvon Provo » 24.05.2007, 19:22

Zur erwähnten Labor-Diagnose...


Zunächst handelt es sich bei jenen Enzym-Werten -wie etwa Glutamat-Dehydrogenase (GLDH)- nicht um eine direkte quantitative Erfassung der tatsächlichen Enzym-Konzentration im Blut, sondern lediglich um deren momentane Aktivitäts-Bestimmung -ein Anstieg über den Referenz-Bereich hinaus, muss daher nicht unbedingt zwingend auf eine gestörte Organ-Funktion hinweisen...sollte aber natürlich entsprechend abgechecked werden.

Umgekehrt fungiert ein vermeintlich physiologischer Singulär-Befund auch nicht immer als absolut zuverlässiger Indikator, dass wirklich alles in Ordnung ist -so reagiert Gamma-Glutamyl-Transferase (g-GT) beispielsweise relativ träge...während Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) bei chronischen Leiden oder lokalen Prozessen oft nur noch gering-gradig oder gar-nicht mehr erhöht ist.

Zu beachten sind also auch stets die gesamten Konnexionen.


Ein doch so deutlich gesteigerter Wert an Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) ist -als mitochondrial leber-spezifischer Parameter- in der Regel als Folge von (akuten oder recidivierenden) Hepato-Pathien ("Leber-Störungen") mit bereits erfolgten Zell-Necrosen zu interpretieren.

Ursachen wie Hepatitis...Hepatose...Lipidose...Zirrhose...etc. halte ich -sofern tatsächlich alle anderen "Leber-Enzyme" als "normal" im HämoGramm gelistet sind- für eher unwahrscheinlich.

Recht typisch für eine solitäre ("abgesonderte") Eskalation von Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) sind insbesondere hypoxische ("sauerstoff-mangelnde") Zustände -beispielsweise durch Druck-Erhöhungen in der Vena hepatica (also der zur Leber führenden "Sammel-Vene") bei etwa Herz-Insuffizienz...oder bei der so genannten Stauungs-Leber durch venöse Hyperämie ("passiven Blut-Andrang")...sowie temporär bei tympanischen ("blähenden") Koliken.


Da sich klinische Symptome -aufgrund des hohen Kompensations- und Regenerations-Vermögens der Leber- meist erst in relativ fort-geschrittenem Stadium hepatischer Dys-Funktionen manifestieren...würde ich persönlich den Doc "sicherheits-halber" mal auf solche Geschichten ansprechen...oder mich mit den Daten an eine versierte Klinik wenden.


Eine erhöhte HarnStoff-Komponente resultiert übrigens für gewöhnlich aus ungenügender hepatischer Synthese...was die Leber itero "verdächtig" macht.

Lymphocytose ("vermehrte" Lymphocyten-Menge) kann viele Gründe haben...weist nicht selten auf ein persistent ("anhaltend") stimuliertes Immun-System hin...ist aber eventuell auch "nur" stress-bedingt.


...so weit mein leider etwas "unsortiertes" Halb-Wissen ;)

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Beitragvon juna » 24.05.2007, 19:45

Fjodors Organe (insbesondere Herz, Niere und Lunge) und seine Blutgefäße waren ja auf Grund der Mangelaufzucht immens geschädigt, bzw. gar nicht erst voll entwickelt.
Fliewa ist als Saugfohlen bei Hitze kollabiert und benötigte Kreislaufmedikamente, obwohl sie im Schatten war und nicht getobt hat.
Zur Zeit ist sie auch auffällig träge. Da sie nur die letzten 3 Schwangerschaftsmonate eine versorgte Mom hatte, gehe ich ja eh von ähnlichen Schäden bei ihr aus, wie bei Fjodor :(
Wann würdest Du erneut Blut abnehmen lassen? Ich würde den TA sonst morgen kommen lassen oder ist das zu früh?
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Beitragvon juna » 24.05.2007, 20:15

Bild
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Beitragvon juna » 24.05.2007, 21:00

:? geht erst wieder am Dienstag, ist ja Pfingsten,... :(
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Beitragvon Provo » 25.05.2007, 13:22

Ein "Kontroll-HämoGramm" würde ich hier -möglichst inclusive komplettem hepatischen und kardialen Organ-Profil...sowie Blut-Gas-Analyse (BGA)- nach etwa 2-4 Wochen ansetzen...der Referenz-Bereich von Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) für Pferde liegt laut meiner Literatur und "meinem" Labor (LaboKlin) übrigens bei < 8 U/l...ist allerdings temperatur-abhängig und Fliewa's Wert daher eventuell doch nicht sooo dramatisch wie zunächst von mir interpretiert.

Bei einem als Fohlen plötzlich ohne ersichtlichen Grund kollabierten Pony würde ich jedoch -vor allem im Hinblick auf die prä-natale ("vor-geburtliche") Mangel-Situation und deren fatale Folgen für Brüderchen Fjodor- unbedingt intensivst auf "Herz-Fehler" checken lassen...insbesondere mittels ElektroKardioGraphie (EKG) und SonoGraphie (Ultra-Schall)!

Pfötchen sind natürlich solide positioniert, dass mit der Kleinen "soweit" alles in Ordnung ist :(

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Beitragvon juna » 25.05.2007, 14:12

Mein TA möchte in knapp einer Woche Blut abnehmen, dann kommt das zeitlich ja gut hin. Herz abhören soll er dann auch gleich.
Herzultraschall wird in der Uniklinik Hannover gemacht, dann nehme ich Fil auch gleich mit. Sein "Hoden", "Aneurysma", "wasweißichetwas" ist immer noch da, inzwischen sieht es auch richtig wie ein Hoden aus, hängt auch so tief im Sack, Größe kommt auch hin. Die letzte Nachuntersuchung im April ergab keine richtige Diagnose. In der Klinik wird man wohl etwas diagnostizieren können,...
Mit ihm zusammen ist Fliewa bestimmt auch ruhiger unterwegs.
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Beitragvon juna » 01.06.2007, 13:55

Ich hab Fliewa gerade ne Kur für die Leber von Nösenberger gekauft. Mit Mriendistel und Artischocke :wink:
Mal schauen ob das etwas zusätzlich bringt.
Muss meinen TA noch fragen, ob ich das jetzt schon oder erst nach der nächsten BE geben soll,...
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Beitragvon juna » 08.06.2007, 10:16

So, die restlichen Mineralstoffwerte im Blut hab ich dann gestern endlich mal zugefaxt bekommen:
Selen ist mit 5,3 (70-200) zu niedrig
Magnesium mit 0,63 (0,7-0,9) etwas zu niedrig
Kupfer und Zink sind im Rahmen, Kupfer im Mittelfeld, Zink gerade mal so.


:arrow: Selen zufüttern :?:
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Beitragvon anonyma » 08.06.2007, 13:22

Hallo
man kann Selen zufüttern und einige Leute tun das auch. Man muss nur aufpassen, Selen überdosiert ist wirklich schädlich.
Ebenso Mangan. Also da würd ich nen TA und echten Futterexperten zu Rate ziehen. Es gibt sicher Mittelchen, die den Mangel ausgleichen ohne zu schaden.

Grüßle
Trixi


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